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Buchrezensionen

Nachtschwärmer – Moira Frank

Liebe Büchermenschen,
heute gibt es mal wieder eine Rezension, die mir wirklich sehr schwer gefallen ist. Ehrlich gesagt ist es dieses Mal wirklich richtig schwierig gewesen! Vorab sollte ich vielleicht sagen, dass ich das Buch vorzeitig beenden musste. Die Gründe dafür erfährst Du natürlich jetzt in meiner Rezension. Danke an cbj und an das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar*!

Klappentext*:

Ganze drei Wochen hatte Helena einen Halbbruder. Lukas hat sie auf Facebook gefunden, sie haben stundenlang telefoniert, doch bevor sie sich treffen können, stirbt er bei einem Verkehrsunfall. Als Helena in den Sommerferien mit ihrem nichtsahnenden Freund in die Uckermark zum Zelten fährt, um Lukas‘ Grab zu besuchen, lernt sie seine beiden besten Kumpel kennen und das Mädchen, mit dem er zusammen war. Und nach Wochen des Stillstands nimmt Helenas Leben rasant an Fahrt auf …


Ich möchte gar nicht lange um den heißen Brei herum reden und diese Rezension so kurz wie möglich halten. Das Lesen in diesem Buch hat mich wirklich sehr wütend gemacht. Zugegeben hatte ich schon hohe Erwartungen als ich dieses Buch hier gefunden habe, denn ein deutscher LGBTQ Roman habe ich bisher noch nicht gesehen! Die Geschichte hat auch sehr schön angefangen, wie ich finde. Sie hatte vor allem Potential und es ist sehr schade, dass die Sprache in diesem Buch so schrecklich ist. Es tut mir leid, ich muss es einfach aussprechen. Einige Passagen, in denen die Jugendlichen miteinander sprachen, wirkten zwar glaubwürdig, aber dennoch allgemein sehr aufgesetzt. Wir müssen hier aber unterscheiden zwischen Schreibstil und der Sprache, die im Buch verwendet wird. Denn an Moira Franks Schreibstil gibt es wenig auszusetzen. Die Sprache zwischen den Jugendlichen ist einfach sehr niveaulos, weshalb ich diesem Buch definitiv KEINEM Jugendlichen in diesem Alter empfehlen würde. Gewisse Stereotypen, usw. gehören bei Jugendlichen einfach zur Tagesordnung, aber das hier hatte nichts mehr damit zu tun. Die Sprache hat mir einfach das gesamte Leseerlebnis verdorben, weshalb ich beim besten Willen nicht weiterlesen konnte und auch nicht wollte.

„Wir sind in Brandenburg Baby. Egal, ob dein Hund oder dein Pferd braun ist, du nennst ihn besser wie den guten alten Führer. Und wenn du ein richtiger deutsche[r] Vorzeigebürger bist, dann bringst du ihm den Hitlergruß bei.“ (Seite 92).

Diese Passage hat mir allen Wind aus den Segeln genommen. Wirklich, ich konnte nur noch mit dem Kopf schütteln. Was ist da bitte los und wieso wird dieses Buch Jugendlichen empfohlen, die gerade selbst in ihrer Findungsphase sind? Es ist nicht nur dieser Absatz, der mir Kopfschmerzen bereitet hat, es gibt noch viele Andere, die in einem Jugendbuch einfach nichts verloren haben.

Die Geschichte hat Potential gehabt und auch die Grundzüge der Charaktere sind in Ordnung gewesen. Das Buch hätte ein 4 oder 5 Sterne Buch werden können, aber diese Sprache kann man einfach nicht übersehen. Vielleicht war die Intention der Autorin eine Andere und sie hat diese schlimmen Bemerkungen, die nicht nur rassistisch, sondern auch homophob waren, extra gewählt. Mir jedenfalls hat es überhaupt nicht gefallen und deshalb bekommt Nachtschwärmer 2 Sterne.


Bis bald,

*das Buch ist ein Rezensionsexemplar und wurde mir vom Verlag kostenfrei zugeschickt. Das hat weder meine Meinung, noch die Rezension beeinflusst.

*die Bild- und Textrechte des Buchcovers und Klappentextes liegen beim Autor und Verlag.

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